Kaufvertrag Altbau

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Wenn Sie eine gebrauchte Wohnung kaufen, dann haben Sie die Immobilie entweder durch Bekannte, das Internet oder durch einen Makler gefunden. Hier haben Sie die Möglichkeit, die Wohnung in Augenschein zu nehmen und eventuelle Mängel sofort anzumelden. Ob Sie um Ausbesserung bitten oder Kaufpreisminderung ist Ihnen überlassen. Auch dieser Kaufvertrag wird von einem Notar erstellt, weil der Notar die Beurkundung vornimmt. Die Vertragsausfertigung sollte Ihnen der Anwalt aber schon einige Wochen vor dem eigentlichen Notartermin übergeben, damit Sie die Möglichkeit haben, alles in Ruhe zu prüfen. Bei Bedarf sollten Sie noch einen Fachanwalt zu Rate ziehen. Es ist ganz wichtig, alle relevanten Regelungen in dem Vertrag unter zu bringen.

Was muss ein Kaufvertrag für Altbau enthalten?

Unbedingt sollten folgende Regelungen enthalten sein: Wer schließt mit wem welchen Vertrag? Was exakt wird verkauft? Die richtige Grundstüchsbeschreibung muss im Vertrag sein, Grundbuchauszug, Baugenehmigungen mit Zeichnung, falls vorhanden. Der exakte Kaufpreis in brutto und netto, in welcher Währung wird gezahlt, wann und auf welches Konto. Die Zahlungsmodalitäten sind aufzuführen und die Auflassungsvormerkung muss ins Grundbuch eingetragen werden. Die Bezugsfertigkeit muss angegeben werden und in welchen Zustand sich die Wohnung befindet. Weiterhin sollte es Regelungen darüber geben, was passiert, wenn durch den Auszug der Vormieter Schäden an der Wohnung entstehen. Es soll der Termin festgelegt sein, zu dem eine Besitzübergabe/ Besitzübernahme stattfindet. Werden Einrichtungen vom Vormieter übernommen, dann muss das auch schriftlich festgehaltern und wenn möglich fotografiert werden. Wichtig ist es auch, alle vorhandene Mängel an der Wohnung zu erklären, denn der Verkäufer haftet dafür, dass die Wohnung / das Bauwerk frei von Mängeln ist, die ihm bekannt sind, wie feuchte Wände, kaputte Leitungen oder defekte Wasserrohre und Ähnliches.

Lassen Sie auch beurkunden, wer eventuell für Altlasten haftet und lassen Sie sich die Zusicherung geben (wenn es richtig ist!), dass das Gebäude und Heizungsanlagen die Vorgaben aus der Bundesimmissionsschutzverordnung und der Energieeinsparverordnung enthält. Wer trägt welche Kosten, wenn noch unklare Verhältnisse eintreten? Die Frage betrifft noch die Erschließungskosten. Eine wichtige Frage bleibt, wer kann unter welchen Voraussetzungen vom Kauf zurück treten? Bevor Sie den Kaufvertrag unterzeichnen, sehen Sie im Grundbuch nach, ob das Grundstück oder die Wohnung selbst mit Hypotheken belastet sind. Auch andere Verbindlichkeiten klären Sie am besten vor Vertragsabschluss. Der Käufer sollte in den Kaufvertrag einen Vorbehalt einbauen, wonach er nicht für rückständige Hausgelder oder Restforderungen aus nicht beschlossenen Jahresabrechnungen haftet. Denn gegenüber der Hausgemeinschaft haftet der neue Besitzer auch für offene Zahlungen aus früheren, noch nicht abgeschlossenen Jahresabrechnungen.

Sicherheiten schaffen

Am meisten Sicherheit haben Sie, wenn Sie einen Teil des Kaufpreises zurückbehalten, bis diese Fragen gelöst sind. Lassen Sie sich vom Verkäufer ermächtigen, beim Verwalter Auskünfte über eventuell noch bestehende Verbindlichkeiten einzuholen. Werfen Sie auf jeden Fall einen Blick in die Hausordnung, bevor Sie unterschreiben, und regeln Sie, welche Versicherungen Sie von Ihrem Vorgänger übernehmen, sonst gehen sie automatisch an Sie über. Vereinbaren Sie außerdem schriftlich, was Sie mit gekauft haben. Einbauschränke, Markisen, Gartenhäuser gehören nicht automatisch zu Haus und Wohnung.